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FDP Stadtverband Bad Laasphe

Zum Thema Altstadt / Innenstadt

Es gab Workshops, Bürgerbeteiligungen, eine Ausschusssitzung, diverse wechselnde „Moderatorinnen“ seitens der TKS, und viele Papiere. Eines ist das auf Beschluss des Ausschusses für Wirtschaftsförderung entstandene „Grobkonzept Innenstadtentwicklung Bad Laasphe“.

Dessen Nützlichkeit leidet unter einer grundsätzlichen Schwäche. Im Text finden sich nämlich die schon seit Jahren vorgetragenen angeblichen Gründe für den Niedergang der Laaspher Altstadt:

1. Die Kurgäste sind ausgeblieben.

2. Die Einzelhändler sind durch Supermärkte und Einkaufszentren auf „der grünen Wiese“ ruiniert worden.

3. Die Leerstände kommen daher, dass manche Eigentümer zu hohe Mieten verlangen.

Das mag zwar alles nicht ganz falsch sein, aber die grundlegenden Entwicklungen werden damit nicht beschrieben. Die Diagnosen sind mangelhaft, und mit falschen Diagnosen kann man keine richtige Therapie betreiben.

Diese eher oberflächlichen Kausalbehauptungen lassen sich leicht widerlegen.
Wenn das Ausbleiben der Kurgäste einer der Hauptgründe für den Niedergang der Laaspher Altstadt sein soll, entsteht die Frage, warum die Biedenkopfer Altstadt ebenfalls verödet. Hier können es nicht die ausgebliebenen Kurgäste sein, denn es gab deren dort nie viele. Warum sind dann überall in Deutschland und in Europa die Innenbereiche vieler kleiner und mittlerer Städte in der Verödung? Wenn dieses Phänomen nicht nur in Laasphe, nicht nur in Deutschland, sondern überall in der westlichen Welt auftritt, ist dies kein lokales Problem, sondern Ergebnis eines sehr globalen und allgemeinen Trends.

Wenn es heute viel weniger Schuhgeschäfte, Juweliere, Buchhändler und Spielwarengeschäfte in der Altstadt gibt als vor Jahrzehnten, kann das nicht am „Ludwig-Koch-Center“ liegen, denn dort gibt es solche Konkurrenz nicht.

Außerdem erklären weder das Ausbleiben der Kurgäste noch die Existenz der Einkaufszentren den inzwischen auffällig großen Leerstand bei ganz normalen Wohnungen in vielen Häusern der Altstadt. Deren frühere Bewohner sind nicht weggegangen, weil sie neben den Einkaufszentren wohnen wollen, sondern weil das Wohnen in einer Altstadt unzeitgemäß geworden ist. Verwinkelte, unbequeme und dunkle Wohnungszuschnitte mit Uraltinstallationen und ohne Park- und Grünfläche sind unattraktiv.

Wer aber mit solchen zweitrangigen Erklärungen auf lokaler Ebene die wirklichen Gründe und die Realität ausblendet, kann nicht zur grundsätzlichen Lösung des Problems beitragen.

Vielmehr muss die Altstadt als Wohnplatz attraktiv gemacht werden. Dazu braucht es Veränderungen, die den höheren Wohnstandard erlauben, dessentwegen die Leute weggezogen sind. Dazu gehören ausreichende Stellplätze für die Autos, ein wenig Grün und Freiraum um das eigene Haus bzw. die eigene Wohnung herum und ein großzügiger Wohnungszuschnitt, wie man ihn Altbauten heute kaum hat. Wir müssen die Altstadt nicht mit wirkungslosen teuren Maßnahmen immer wieder vergeblich restaurieren wollen, sondern wir müssen sie zurückbauen auf das Maß, in dem sie attraktiver sein kann, damit die Nachfrage nach und das Angebot von Altstadt ausgeglichen sind.

Dieses Konzept liefert keine brauchbaren Handlungshinweise. Es bleibt allgemein, benennt lediglich zweitrangige Nebenwirkungen und blendet das tatsächliche Problem völlig aus.

Ein anderes Papier der TKS, entstanden als „Protokoll der Altstadt-Innenstadtkonzeption“ ist das genaue Gegenteil. Es liefert eine Vielzahl kleiner Maßnahmen und Schritte und greift Diskussionen auf, die früher schon immer wieder geführt worden sind. Das Papier hat zwei andere Mängel.
Die vielen Ideen sind zunächst völlig unsortiert. Manche mögen etwas nutzen, manche weniger, aber nichts davon vermittelt den Eindruck, dass eine neue große Richtung gewiesen würde. Es kann ein guter Anfang sein, aber es ist keine Grundlage dafür, ad hoc ein Ingenieurbüro mit Planungen zu beauftragen, die nur im ersten Schritt über 30.000 € kosten werden. Das ist dann bestenfalls noch naiv zu nennen.


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